Geschichte

1541
Ignatius von Loyola gründet den Orden der Jesuiter

1544
Die Jesuiten gründen in Köln ihre erste Niederlassung auf deutschem Gebiet

1635
Der Kölner Jesuitenpater Petrus Bousch überträgt mit Zustimmung seiner Mutter, der Witwe Katharina Klinkes, seinen Erbteil des Bouschhofes zu Königswinter, auf die Kölner Jesuiten. Zum Anwesen gehören das Haupthaus, ein Hinterhaus samt Kelterhaus sowie ein Keller und ein Kuhstall. An den Gebäudekomplex angeschlossen, ist ein großer Gemüsegarten. Ferner gehören Weingärten, Felder und Wald zum Besitz

1689
Der Bouschenhof wird beim “französischen Brand” zerstört. An seinem damaligen Standpunkt befindet sich nach dem Wiederaufbau der Garten des späteren “Jesuiter Hofs”

1690
Die Kölner Jesuiten kaufen zur Abrundung ihres Besitzes, die an das Bouschenhofgelände angrenzenden Parzellen. Dadurch gelangen sie in den Besitz eines Hauses, das “vor der oberen Pforte” (dem südlichen Stadttor) an der Knabenstraße liegt. Des weiteren erwerben sie ein Grundstück, das an die Hauptstraße grenzt und sich bis zum Rhein hin ausdehnt

1690 bis 1695
Es werden umfangreiche Umbau- und Neubaumaßnahmen durchgeführt
Die Bewirtschaftung des Jesuiter Hofes lassen die Jesuiter von einem “Halfen” durchführen. Der “Halfe”, auch “Halbwinner” genannt, ist dazu verpflichtet, die Hälfte seiner Erträge den Eigentümern abzutreten. Im Falle des Jesuiter Hofes handelt es sich insbesondere um Trauben bzw. Wein

1773
Der Jesuiten Orden wird durch päpstlichen Erlaß aufgehoben
Das Vermögen der Kölner Jesuiten geht in den Besitz der Regierung Köln über. Der JesuiterHof wird der Domänenverwaltung unterstellt. Das Besitztum Jesuiter Hof besteht zu diesem Zeitpunkt aus zwei Morgen Weingärten, einem Morgen Ackerland, 25 Morgen Wald und dem Hof selbst
1826
Die Domänenverwaltung der Regierung Köln entschließt sich den Jesuiter Hof öffentlich zu versteigern. Ausschlaggebend für diesen Entschluß ist die zu große Zersplitterung des Besitztums und die dadurch erschwerte Verwaltung.

1827
Die Regierung Köln erteilt Gerhard Schumacher aus Krefeld den Zuschlag für den Jesuiter Hof, sein Gebot für den Jesuiter Hof liegt bei 4000 Talern.

1828
Schumacher erstellt einen Anbau, um seine (Reise)- Wagen unterstellen zu können. Ferner ein Kutscherzimmer, einen Pferdestall und eine Klosettanlage

1834
Der Garten des Jesuiter Hofes wird durch den Zukauf des angrenzenden “von Zastrowschen” Grundstücks bis an den Rhein erweitert

1873
Hermann Schumacher, Gerhard Schumachers Sohn, erwirbt nach einem langwährenden Erbauseinandersetzungprozeß den Jesuiter Hof

1909
Hermann Schumacher vertirbt kinderlos. Sein Testament sieht seine Nichte, Adele Mühlen, als alleinige Erbin des Jesuiter Hofes vor

1925
Frau Adele Mühlen stirbt ebenfalls kinderlos. Ihr Ehemann, Martin Mühlen, wird Alleinerbe des Jesuiter Hofes

1940
Die Erben von Martin Mühlen verkaufen den Jesuiter Hof an die Vermögensverwaltung der “deutschen Arbeiterfront”, die auf diesem und dem benachbarten Grundstück einen Neubau für Erholungszwecke ihrer Mitlgieder errichten will

1945
Im Zuge der Niederlage Deutschlands im 2. Weltkrieg wird die “deutsche Arbeiterfront” aufgelöst, der Besitz wird von der Alliierten Militärregierung beschlagnahmt.

1952
Der Jesuiter Hof geht in den Besitz Nordrhein- Westfalens über, er wird dem Staatshochbauamt der Regierung in Köln unterstellt

1956
Infolge unterlassener Bauunterhaltung und umfangreicher Kriegsschäden, werden Renovierungsarbeiten angesetzt, man wird auf den äußerst schlechten Bauzustand des Gebäudes aufmerksam. Das Bauaufsichtsamt Königswinter erklärt den Jesuiter Hof für baufällig, die sofortige Räumung wird angeordnet
Trotz Verfalles wird seitens der Regierung einem Abriß der Gebäude nicht zugestimmt. Der Jesuiter Hof wird wegen seiner einzigartigen, denkmalswerten Anlage der Denkmalbehörde unterstellt

1958
Das Land Nordrhein- Westfalen, vertreten durch die Regierung in Köln, entschließt sich das Besitztum Jesuiter Hof an Adolf und Ursula Pieper zu verkaufen. Der Jesuiter Hof soll restauriert und zu einem Weinhaus ausgebaut werden. Die Erinnerung an seine frühere Bestimmung als Weingut wird damit aufrechterhalten.

1961 bis 1963
Umfangreiche Restaurierungsarbeiten und Ausbau zum Weingasthof

1970
Der Kreis schließt sich. Durch Kauf eines Teiles der Weinberge am Drachenfels von den Eltern Ursula Piepers, werden dem Jesuiter Hof wieder Weinberge zugeführt

1977 bis 1981
Im Rahmen der Flurbereinigung am Drachenfels, erwirbt die Familie Pieper weitere Weinbergsflächen. Das Weingut Pieper – Domlay GbR ist heute neun Hektar groß, damit das größte Weingut Nordrhein- Westfalens.